Wie macht man ein Webinar richtig?

Von Jörg Lambertin · lambertin.com · Lesezeit: ca. 6 Minuten · Kategorie: Marketing & Kommunikation

Webinare sind eines der effektivsten Formate im B2B-Marketing. Sie generieren Leads, stärken die Markenwahrnehmung und positionieren Sie als Experten in Ihrem Bereich. Doch ein schlecht gemachtes Webinar kann das Gegenteil bewirken. Hier erfahren Sie, wie Sie es richtig machen.

1. Ziel und Zielgruppe definieren

Bevor Sie irgendetwas planen, stellen Sie sich drei Fragen: Wen wollen Sie erreichen? Was sollen die Teilnehmer nach dem Webinar wissen oder können? Und welche Handlung sollen sie danach vornehmen? Ein Webinar ohne klares Ziel ist Zeitverschwendung – für Sie und Ihre Teilnehmer.

2. Das richtige Format wählen

Es gibt verschiedene Webinar-Formate, die sich für unterschiedliche Ziele eignen:

  • Expertenvortrag – Sie präsentieren Wissen zu einem Thema. Gut für Leadgenerierung und Positionierung.
  • Panel-Diskussion – Mehrere Experten diskutieren ein Thema. Gut für komplexe oder kontroverse Themen.
  • Workshop / Live-Demo – Teilnehmer lernen durch Mitarbeiten. Gut für Produkt-Demos oder Skill-Building.
  • Q&A-Session – Offene Fragerunde mit der Community. Gut für bestehende Kunden und Kundenbindung.

3. Technik und Plattform

Für die meisten Webinare reichen Zoom, Microsoft Teams oder Google Meet vollständig aus. Wer mehr Kontrolle möchte – z.B. Registrierungsseiten, automatisierte E-Mail-Folgen und Aufzeichnungsmanagement – greift zu Plattformen wie Demio, Livestorm oder WebinarJam. Wichtig: Testen Sie Mikrofon, Kamera, Internetverbindung und Präsentation immer einen Tag vor dem Termin.

4. Inhalte strukturieren

Das Grundgerüst eines erfolgreichen Webinars folgt diesem Schema: Begrüßung und Agenda (5 Min.) → Vorstellung Speaker & Credibility (3 Min.) → Hauptteil mit klarer Gliederung (30–40 Min.) → Q&A (15 Min.) → Call-to-Action (5 Min.). Überladen Sie Ihre Folien nicht. Weniger Text, mehr visuelle Elemente. Eine Folie – ein Gedanke.

5. Promotion und Registrierung

Ein großartiges Webinar, das niemand besucht, bringt nichts. Bewerben Sie Ihr Webinar mindestens zwei Wochen vorher: per E-Mail an Ihre Kontaktliste, über LinkedIn, über Ihre Website und ggf. über bezahlte Werbung. Nutzen Sie eine professionelle Registrierungsseite mit klarem Nutzenversprechen. Eine Erinnerungsmail 24 Stunden und 1 Stunde vor dem Start reduziert die No-Show-Rate erheblich.

6. Nach dem Webinar

Das Webinar endet nicht mit dem letzten Slide. Senden Sie die Aufzeichnung an alle Registrierten – auch an jene, die nicht teilgenommen haben. Folgen Sie zeitnah mit einer E-Mail nach, in der Sie auf weiterführende Ressourcen, Ihr Angebot oder das nächste Webinar hinweisen. Werten Sie Teilnehmerzahlen, Fragen und Feedback aus.

Fazit: Ein gutes Webinar ist zu 60 % Vorbereitung und zu 40 % Durchführung. Wer Ziel, Struktur, Technik und Nachbereitung im Griff hat, baut sich über Webinare nachhaltig eine engagierte Community auf.